AlemannenWärme

Regenerativ in die Zukunft

Die Stadtwerke MüllheimStaufen produzieren regenerative Wärme sowohl durch den nachwachsenden Rohstoff Holz, als auch mittels Solarthermie. Das geschieht komplett CO2-neutral. 

Nah- und Fernwärme

Die Stadtwerke MüllheimStaufen sind seit dem 2. August 2017 mit 55 Prozent an der HWM Holzwärme Müllheim GmbH mehrheitlich beteiligt. Weiterer Gesellschafter ist die Energiedienst Holding AG, CH-Laufenburg. Die Bilanzsumme der HWM betrug im Geschäftsjahr 2016 2,482 Mio. Euro. Der Jahresgewinn belief sich zum 31.12.2016 auf 58.454 Euro. Die Holzwärme GmbH versorgt rund 100 öffentliche Gebäude und private Wohnhäuser kohlendioxidfrei mit Heizenergie aus der Verbrennung von Holzhackschnitzel.

Folgende Auflistung zeigt auf, wo überall die Wärme der HWM genutzt wird:

  • Neubaugebiet „Ehemaliges Krankhausareal“ (Ein-, Mehrfamilienhäuser, Kindergarten, Pflegeheim)
  • Helios Klinik Müllheim
  • Markgräfler Gymnasium (Landkreis), weitere städtische Schulen und die Sporthalle zu Schulzentrum II, die Gewerbeschule (Landkreis) sowie das Verwaltungsgebäude der Waldorfschule
  • Schülerbetreuungsstätte der Stadt
  • Mediathek (Stadt)
  • Seniorenwohnanlage der Stadt
  • zwei Kindergärten
  • Rathaus 
  • Grundbuchamt Wilhelmstraße
  • Amtshaus Wilhelmstraße
  • Martinskirche
  • Gaststätte am Markgräfler Platz
  • Sechs Mehrfamilienhäuser (Moltkestraße)
  • Wohnhäuser im Bereich Bebauungsplan „Erlenbuck I“

Der Vorteil von Nah- und Fernwärme liegt darin, dass sie "fertig" ins Haus kommt. Sie sparen hier also Platz, Kosten und Wartung für Kessel, Brenner, Tank und Schornstein. Die Unterscheidung zwischen Nah- und Fernwärme ist eine rein begriffliche, je nachdem wie weit die Wärme zum Kunden transportiert werden muss.
 

Blockheizkraftwerke 

Blockheizkraftwerke (BHKW), die die Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugen, kommen in den Quartierskonzepten und in den Neubau- und Gewerbegebieten der Städte heute bereits zum Einsatz. BHKW- und KWK-Erzeugungseinheiten liefern  gleichzeitig Strom und Wärme. Der Vorteil gegenüber konventionellen Kraftwerken ist die deutlich höhere Ausnutzung des Brennstoffeinsatzes. Das liegt darin, dass der Großteil der bei der Strom­produktion anfallenden Abwärme, für die Wärmeversorgung nutzbar gemacht und in das Wärmever­sorgungsnetz eingespeist wird. So wird lediglich ein geringer Teil der Abwärme an die Umwelt abgegeben.

Die Wärmeversorgung erfüllt viele energiepolitische Ansprüche. Sie spart Rohstoffe und ist umwelt- und verbraucherfreundlich. Da die Wärme am Ort des Verbrauchs erzeugt wird, entfallen entsprechende Transportverluste. Der erzeugte Strom lässt sich vergleichsweise verlustarm transportieren und wird in das elektrische Versorgungsnetz eingespeist. Überschüssige Strommengen können darüber hinaus über Stromspeicher oder über Regelenergie-Märkte vermarktet werden. Hier werden bei den Stadtwerken künftige Dienstleistungen und Produkte erwachsen, die intelligente Quartierslösungen voran bringen sollen.

 

Solarthermie

Mithilfe von solarthermischen Anlagen wird Wasser erhitzt, das unmittelbar genutzt werden kann und damit erhebliche Mengen an Energie sparen kann. Die Stadtwerke MüllheimStaufen betreiben eine innovative Solarthermie-Anlage im Freibad Müllheim. Diese Anlage befindet sich auf dem Dach des Betriebsgebäudes und versorgt das Freibad ganzjährig mit Wärme. Das durch Sonnenenergie erwärmte Wasser wird während der Badesaison unmittelbar im Freibad, vorrangig zum Betrieb der Duschen, genutzt. In den Wintermonaten unterstützt die Anlage die Wärmelieferung, um Gebäude und Leitungen vor Frostschäden zu schützen. Der installierte Linearspiegel besteht aus einer Matrix von 18 Spiegeln aus Aluminium, die das Sonnenlicht auf einen Empfänger – einen sogenannten Absorber – reflektieren und bündeln. Jeder Spiegel ist in einer festgelegten Position auf der Achse montiert und mit den jeweils anderen Spiegeln verbunden. Dadurch genügt ein einzelner Motor, um alle Spiegel zusammen der Ost-West-Bewegung der Sonne nachzuführen. Ein zweiter Motor steuert die Neigung der Matrix und passt den Winkel je nach Stand der Sonne zum Horizont automatisch an. Die erzeugte Wärme wird in einen Pufferspeicher geführt, der die Verbrauchsspitzen ausgleicht und so auch außerhalb der eigentlichen Sonneneinstrahlung die Wärme über einen längeren Zeitraum bereitstellen kann. 

Mit dieser Technologie wird die Sonnenenergie direkt genutzt und damit die Energiekosten des Freibads signifikant gesenkt. Gleichzeitig dient die Anlage als Prototyp für vergleichbare Projekte. Denn mit dieser Technik können autarke Energie-Inseln vor Ort geschaffen werden, die uns unabhängiger von Gas und Öl machen. Die Anlage ist wartungsarm, weil sie automatisch geführt wird und sich außerdem durch eine spezielle Beschichtung selbst reinigt. Sie benötigt im Vergleich zu einer gewöhnlichen Solarthermie-Anlage nur die Hälfte der Fläche und kann somit auch auf kleinen Dächern wirtschaftlich betrieben werden. Gegenüber herkömmlichen Solarthermieanlagen hat sie zudem die Annehmlichkeit, unempfindlich gegen (kühlenden) Wind zu sein.

Das Linearspiegelsystem wird von der Isomorph-Deutschland GmbH in Bamberg gefertigt. Die HEUBECK GmbH aus Überlingen, die auf Linearspiegel-Technologien spezialisiert ist, hat die Anlage in Kooperation mit dem Müllheimer Steinbeis Transferzentrum STZ 584 optimiert und auf die Gegebenheiten vor Ort. Die Montage erfolgte in Zusammenarbeit mit der Firma Degen aus Müllheim sowie dem Ingenieur- und Sachverständigenbüro Roland Heubeck, das die Feinabstimmung im Auftrag des Herstellers vornahm.

Als Eigentümer betreiben die Stadtwerke MüllheimStaufen die Anlage, liefern die Wärme an das städtische Freibad und sind verantwortlich für Wartung, Reparatur und Versicherung. Innerhalb von fünf bis acht Jahre soll sich die Anlage amortisieren.

Die Großflächen-Solarthermie soll in den kommenden Jahren einen weiteren Beitrag zur Wärmeversorgung der beiden Städte leisten. Das Land Baden-Württemberg fördert diese Entwicklung mit Nachdruck, sodass die grüne Wärme einen weiteren Beitrag zur Energiewende und damit zur Wärmewende leisten wird.