Klimaschutz in Corona Zeiten

Stadtwerke MüllheimStaufen und Forstamt pflanzen 800 Eichen im Müllheimer Stadtwald

 

Ein Zeichen für den Klimaschutz setzen die Stadtwerke MüllheimStaufen und der Forstbezirk Staufen des Staatlichen Forstamts in der letzten Mai-Woche und pflanzten 800 Eichensetzlinge im Stadtwald Müllheim. Damit setzen beide ihre langjährige Kooperation für Klima- und Naturschutz fort. Die Baumpflanzaktion war eigentlich unter Beteiligung einer Grundschulklasse sowie interessierten Kundinnen und Kunden der Stadtwerke bereits für den 20. März geplant. Die Corona-Pandemie machte die zweimonatige Verschiebung der Pflanzung notwendig, die nun von Mitarbeitenden des Forstamts durchgeführt wurde.

„Wir wollten mit der Aktion deutlich machen, dass wir auch in der Corona-Krise den Klimaschutz voranbringen können“, betont Jochen Fischer, Geschäftsführer der Stadtwerke MüllheimStaufen, „dabei haben wir selbstverständlich den Schutz der Gesundheit in den Vordergrund gestellt und die traditionell große Aktion mit vielen Beteiligten absagen müssen. Die Schulkinder und unsere Kunden werden nach dem Ende der Pandemie wieder zu einer Baumpflanzaktion eingeladen.“ Unter der Schirmherrschaft des Müllheimer Bürgermeisters Martin Löffler, der Forstrevierleiterin Christine Weinig und dem Leiter für das Privat-/Gewerbekundensegment, Andreas Kern, stellten die Stadtwerke nun eine Infotafel im Stadtwald auf, an der die Klimaschutz-Funktion des Waldes erläutert wird. „Es freut mich“, sagt Bürgermeister Löffler, „dass wir gerade jetzt, da Dürre, Borkenkäfer und Klimawandel dem Wald zu schaffen machen, einen Beitrag für seinen Erhalt leisten können. Als Stadt können wir uns glücklich schätzen, naturnah bewirtschaftete und ökologisch wertvolle Wälder zu haben, die nicht zuletzt der Erholung unserer Bürgerinnen und Bürger dienen.“ 

Wälder leisten in gleich mehrfacher Hinsicht einen Beitrag zum Klimaschutz. Sie speichern große Mengen des klimaschädigenden Kohlendioxids (CO2) in der Biomasse der Bäume und anderen Pflanzen sowie im Humus. Allein im Stadtwald Müllheim mit 650.000 Festmetern Holzvorrat sind derzeit knapp 600.000 Tonnen CO2 gebunden. Auch nach der Ernte verbleibt der Kohlenstoff noch über viele Jahre im Holz – in Dachstühlen, Möbeln oder Eichenfässern. Außerdem wird Kohlendioxid durch die stoffliche Substitution eingespart, wenn Holz etwa Aluminium, Stahl und Beton im Bau oder Kohle, Gas und Öl bei der energetischen Nutzung ersetzt wird.  Diese Stoffe schädigen das Klima beim Abbau der Rohstoffe, beim Transport und bei der Herstellung und der Nutzung. Holzprodukte können so die 1,2 bis 2,1-fache Menge Kohlenstoff einsparen, die in ihnen selbst gebunden ist. Insgesamt beträgt die Klimaschutzwirkung des Deutschen Wirtschaftswaldes durch Speicher und Substitution knapp 90 Millionen Tonnen Kohlendioxid, das sind fast 10 Prozent der deutschen Klimalast. 

Auch die Stadtwerke MüllheimStaufen nutzen Restholz aus den heimischen Wäldern zur Energieerzeugung, etwa zur Fernwärme-Produktion der HWM Holzwärme Müllheim.
Mit dieser nachhaltigen Energiegewinnung aus Waldresthölzern werden fossile Brennstoffe eingespart. Ein Kubikmeter Holz ersetzt circa 190 Liter Heizöl.

 

Foto von links: Bürgermeister Martin Löffler, Forstrevierleiterin Christine Weinig, Leiter für das Privat-/Gewerbekundensegment der Stadtwerke, Andreas Kern.

Datum: 
Dienstag, 2. Juni 2020 - 15:45