Stadtwerke MüllheimStaufen bauen Windenergie aus

Windpark Länge in Donaueschingen/Hüfingen soll 2019 ans Netz gehen

Die Stadtwerke MüllheimStaufen bauen die Produktion von Windenergie aus. Nach drei Jahren intensiver Planung und aufwendigen Genehmigungsverfahren hat die Betreibergesellschaft, die solarcomplex GmbH & Co. KG Windpark Länge, Ende Februar als einziger Bieter in Baden-Württemberg den Zuschlag im bundesweiten Ausschreibungsverfahren der Bundesnetzagentur zur Errichtung eines Windparks mit sieben Anlagen nahe Donaueschingen erhalten. Die Stadtwerke MüllheimStaufen sind als einer von insgesamt 23 Kommanditisten – Bürgerenergiegenossenschaften, Stadtwerke und Privatpersonen aus Baden-Württemberg – an der Betreibergesellschaft des Windparks Länge beteiligt. Darüber hinaus sind die Stadtwerke Gesellschafter der solarcomplex AG, Singen am Hohentwiel/Bodensee.

„Der Bau des Windparks ist für die Stadtwerke ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer vollständig regenerativen Eigenerzeugung“, sagt Geschäftsführer Jochen Fischer, „wir werden damit in enger Zusammenarbeit mit der Bürger-Energiegenossenschaft Südbaden, der BEGS, künftig noch mehr Strom aus Sonne, Wasser und Wind produzieren und damit einen großen Schritt zum regenerativen Stadtwerk vollziehen. Besonders freut es uns, dass die Anlagen hier auf der Baar am Rande des Schwarzwaldes errichtet werden und somit einen wichtigen Anteil zur regionalen Energiewende beitragen werden.“

Mit der Vergabe durch die Bundesnetzagentur liegen nun alle behördlichen Genehmigungen vor, sodass bereits mit den Bauarbeiten zum Windpark Länge mit sieben Schwachwindanlagen begonnen werden konnte. Zunächst wurden dazu knapp 9 Hektar Waldfläche gerodet, davon 7,5 Hektar dauerhaft und 1,4 Hektar temporär. Um den Eingriff in den Wald auszugleichen, hat die Betreibergesellschaft ein umfangreiches Ausgleichskonzept vorgelegt, das eine Fülle von Aufforstungs-, Aufwertungs- und Naturschutzmaßnahmen beinhaltet.

Auf dem Höhenzug Länge werden sieben Windenergieanlagen zur Erzeugung von klimafreundlichem Strom errichtet. Die Anlagen vom Typ Nordex N131 mit je 3,3 MW Leistung werden auf den Gemarkungen der Gemeinden Hüfingen und Donaueschingen gebaut und sollen 2019 ans Netz gehen. Die Zuwegung zu den Anlagen verläuft größtenteils auf bestehenden Wegen, um den Eingriff in den Wald so gering wie möglich zu halten. Da es sich bei der Länge um ein Gebiet handelt, in dem auch moderne Forstwirtschaft betrieben wird, gibt es hier bereits ein gut ausgebautes Wegenetz.

Der Windpark hat einen prognostizierten Stromertrag von rund 45 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Das entspricht bilanziell dem privaten Strombedarf von rund 40.000 Menschen. Die CO2-Einsparung gegenüber dem bundesdeutschen Strommix beträgt rund 27.000 Tonnen pro Jahr. Für den Bau der Anlagen werden rund 35 Millionen Euro investiert, die Windkraftanlagen werden vom deutschen Hersteller Nordex (aus Rostock) gebaut. Die Nebengewerke, wie der Bau von Wegen und Fundamenten sowie der Netzanschluss, werden direkt in der Region vergeben.

Der Standort Länge wurde in einem rechtskräftigen Flächennutzungsplan (FNP) vom Gemeindeverwaltungsverband Donaueschingen als Konzentrationszone Windkraft ausgewiesen. Die für das Projekt notwendigen Pachtverträge wurden von den Gemeinden Donaueschingen und Hüfingen nach Durchführung eines Ausschreibungsverfahrens vergeben und abgeschlossen. Der Genehmigungsantrag nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wurde vom Landratsamt Schwarzwald-Baar in einem branchenüblichen Zeitraum ordentlich geprüft und Ende 2016 die BImschG-Genehmigung erteilt. Die Waldumwandlungsgenehmigung wurde, nachdem das Regierungspräsidium Freiburg zunächst Mängel beanstandet hatte, nach einer aufwändigen Nachbesserung im Februar 2018 genehmigt.

Datum: 
Mittwoch, 7. März 2018 - 13:30