Quartierskonzept Hügelheim - Das Interesse ist geweckt

Hügelheim zeigt großes Interesse an Nahwärme - Erste Ergebnisse des Quartierskonzepts präsentiert 

Müllheim-Hügelheim hat Wärmepotenzial. Seit Anfang des Jahres untersucht ein sog. „Quartierskonzept“, ob sich – auch mit der Abwärme der Firma Schott – ein lokales Wärmenetz wirtschaftlich betreiben lässt. Die Stadtwerke MüllheimStaufen GmbH initiierte dazu nicht nur umfangreiche technische Untersuchungen, sondern auch eine Befragung der Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer. Erste Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt. 

Stadtwerke wollen „Lust machen auf dieses Projekt“ 
Etwa 100 Bürgerinnen und Bürger haben die Einladung der Stadtwerke angenommen und die Informationsveranstaltung am 08. März in der Hügelheimer Festhalle besucht. Die Online-Projektpräsentation zwei Tage später fand mit ca. 30 Teilnehmenden statt. Ortsvorsteher Martin Bürgelin hebt die ökologischen Vorteile effizienter Nahwärmenetze hervor und betont auch im Namen von Bürgermeister Martin Löffler die wohlwollende Begleitung des Projektes durch die Stadt Müllheim.

 „Wir wollen Lust machen auf dieses Projekt“, erklärt Florian Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke MüllheimStaufen, zur Begrüßung. Diese Botschaft scheint bei vielen Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümern angekommen zu sein. Bei der Fragebogen-Aktion haben bisher 170 von ihnen mitgemacht. Sie vertreten über 40% der Gebäude. Die meisten bekunden Interesse an der Nahwärme. Die gute Quote stimmt Laura Fritsche positiv. „Die Zeichen stehen auf wirtschaftliche Nahwärme“, sagt die Ingenieurin und Projektleiterin beim Beratungsunternehmen endura kommunal. Sie betreut das Quartierskonzept im Auftrag der Stadtwerke. 

Abwärme muss man nicht produzieren, nur abholen 
Das Abwärmepotenzial der Fa. Schott, erklärt Laura Fritsche in Ihrer Projektvorstellung, ist mit 14.000 MWh pro Jahr höher als der Wärmebedarf in Hügelheim. Allerdings bezieht sie in die Untersuchungen zusätzliche Wärmeerzeuger ein. Aus gutem Grund: Sie sollen den höheren Bedarf im Winter abdecken und die Abwärme ersetzen, wenn der Betrieb bei Schott z.B. ferienbedingt still steht. Momentan sind Wärmepumpen, Speicher, Hackschnitzel und als letzte Rückfallebene ein gasbetriebener „Notfallkessel“ in der Überlegung. Anhand der ersten Rückmeldungen der Fragebogen-Aktion zeichnen sich auch mögliche Trassenführungen ab. 

Spannende Fragen und interessante Diskussion
Den Stand der Planungen und die wichtigsten Fragen und Antworten haben die Stadtwerke auf ihrer Webseite alemannenenergie.de zusammengefasst. Schwerpunkte in der Fragerunde waren Fragen der Versorgungssicherheit und Redundanzen, Fördermöglichkeiten für das Gesamtprojekt und die potentiellen Anschlußnehmer/innen sowie zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die einen Anschluss an ein Nahwärmenetz besonders attraktiv machen. 

Entscheidung für oder gegen ein Wärmenetz fällt im Sommer 
Geschäftsführer Müller bedauert, dass konkrete Fragen nach Preisen oder Anschlussbedingungen noch nicht beantwortet werden können. Schließlich ist die endgültige Entscheidung für das Netz noch nicht gefallen. „Eines kann ich aber sicher sagen: Wir realisieren ein Wärmenetz nur, wenn es für alle wirtschaftlich ist. Weder die Bürger/innen noch die Stadtwerke wollen eine Nahwärme als Zuschussgeschäft. Wir sind aber hochmotiviert und optimistisch.“ 

„Jeder Fragebogen zählt“, betont auch Wärme-Expertin Fritsche. Je mehr Interessenten/innen sich finden, desto wahrscheinlicher kann das Projekt realisiert und desto günstiger kann es für alle werden. „Sprechen Sie also mit Ihren Nachbar/innen, im Verein und mit Freunden und animieren Sie zum Mitmachen“.  „Die Stadtwerke beantworten auch weiterhin gerne Fragen und freuen sich auf weiteren Input aus der Bürgerschaft“, so Max Elias, verantwortlich für Geschäftsfeldentwicklung und Innovation bei den Stadtwerken und Projektverantwortlicher für dieses Projekt.

Datum: 
Mittwoch, 16. März 2022 - 14:15