Stadtwerke mit guten Zahlen im Jubiläumsjahr 2019

Das Jahr 2019 bringt bei geringeren Umsätzen ein verbessertes Ergebnis.
Fokussierung auf den heimischen Markt zahlt sich aus.


Die Stadtwerke haben in ihrem 10-jährigen Jubiläumsjahr ein um gut 16 Prozent verbessertes Betriebsergebnis und ein deutlich verbessertes Jahres-ergebnis erzielt. Der Außenumsatz der Gesellschaft hat sich zwar um acht Prozent von 75,8 auf 69,6 Millionen Euro verringert, das Betriebsergebnis (EBIT) konnte jedoch von 0,693 auf 0,807 Millionen Euro zulegen. Das Jahresergebnis wuchs von 0,151 Mio. Euro in 2018 auf 0,278 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Geschäftsführer Jochen Fischer sieht sich mit dem Ergebnis in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens bestätigt: „Wir wachsen qualitativ und quantitativ in der Region, das macht sich im Ergebnis bezahlt.“

Das kommunale Unternehmen setzte im Berichtsjahr mehr als 240 Millionen Kilowattstunden (kWh) regenerativen AlemannenStrom und rund 370 Millionen kWh AlemannenGas an ihre Kunden ab. Hinzu kommen noch rund 10,3 Millionen kWh regenerative AlemannenWärme und 1,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser der Marke AlemannenWasser, das an die Bürgerinnen und Bürger in Müllheim und in Staufen geliefert wurde.

Der geringere Umsatz ist dabei auch eine Folge der Unternehmensstrategie. „Wir haben uns im abgelaufenen Geschäftsjahr stark auf den lokalen und regionalen Markt konzentriert,“ so Geschäftsführer Fischer, „dabei haben wir auf umsatzstarke überregionale Kunden, die in der Margenbetrachtung schwierig sind, bewusst verzichtet. Wir werden uns zwar nicht gänzlich aus dem bundesweiten Markt zurückziehen, wir kooperieren aber vor allem mit ökoaffinen Mittelstandskunden, die zu uns passen. Diesen Trend setzen wir im Jahre 2020 konsequent fort und freuen uns, wenn neue regionale Kooperationspartner, wie jüngst der Schwarzwaldverein mit Sitz in Freiburg und seinem Potenzial von 60.000 Mitgliedern, auf die Stadtwerke setzen.“

Die hohe Beratungsqualität und die Kundennähe der Stadtwerke MüllheimStaufen wurden erneut mehrfach prämiert. So wurden die Stadtwerke im Januar 2020 vom unabhängigen Energieverbraucherportal in Düsseldorf erstmals als Top Lokalversorger in allen vier Bereichen – Strom, Gas, Wasser und Wärme – ausgezeichnet. Und in der jüngsten Ökostromumfrage des Branchenmagazins Energie & Management vom Juli 2020 rangieren die Stadtwerke unter den Top 25 Ökostromanbietern in Deutschland. In zehn Jahren hat sich die Gesellschaft hier eine gute Ausgangsposition erarbeitet, die es gilt in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

Rund 2,9 Millionen Euro investierte die Stadtwerkegesellschaft in ihre technische und netzseitige Infrastruktur. Von den dabei vergebenen Aufträgen haben zahlreiche lokale und regionale Firmen profitiert – das ist ein wichtiger Beitrag zur heimischen Kreislaufwirtschaft und zur lokalen Wertschöpfung. Das Eigenkapital wuchs dabei auf einen bilanziellen Wert von 10,5 Millionen Euro an – die Eigenkapitalquote lag auf Vorjahresniveau bei 25,4 Prozent. Das Gesamtvermögen (Bilanzsumme) stieg von 40,2 auf 41,3 Millionen Euro.

Die Stadtwerke beschäftigen 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Lohnsumme von 2,1 Millionen Euro. Auch hier wird lokale Wertschöpfung geschaffen, die es vor zehn Jahren in beiden Städten nicht geben hat. Und nicht zuletzt profitieren Vereine, Institutionen, soziale und kulturelle Einrichtungen von ihren Stadtwerken – rund 300.000 Euro haben die Stadtwerke in den letzten zehn Jahren an Unterstützungsleistungen in beiden Kommunen investiert.

Der Marktanteil liegt in den Trägerkommunen bei den Haushalts- und Gewerbekunden bei rund 43 Prozent. „Das gute Niveau ist ein Ergebnis unseres guten Serviceangebots, fairer Preise, unserer vielfältigen Aktivitäten und unserer regionalen und nachhaltigen Ausrichtung“, sagt Jochen Fischer, der gleichwohl noch Wachstumspotential in beiden Städten und in den Ortsteilen sieht. „Hier werden wir in den kommenden Jahren weiter zulegen und viel Energie investieren.“ Zu der guten Verankerung im südbadischen Raum trägt nicht zuletzt die Bürger-Energie Südbaden e.G. (BEGS) bei, die eng mit den Stadtwerken kooperiert. Auch die BEGS hat im Geschäftsjahr 2019 gut gewirtschaftet. 410 Mitglieder mit einem Kapitalstock von 2,1 Millionen Euro haben sich finanziell wie ideell an der Energiewende vor Ort beteiligt und zahlreiche regenerative Projekte in der Region verankert.

Mit der Bilanz 2019 sieht der langjährige Geschäftsführer das Unternehmen gut für die Zukunft aufgestellt. „Wir sind mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr und unserem zehnjährigen Jubiläumsjahr zufrieden und blicken zuversichtlich in die kommende Dekade“, sagt Jochen Fischer, den es zum nächsten Jahr in seine nordbadische Heimat zieht und der die Stadtwerke nach zehn Jahren verlassen wird. „Mein Nachfolger kann im neuen Jahr auf ein solides Fundament aufbauen und die Gesellschaft erfolgreich und zukunftsgerichtet weiterentwickeln. Der besondere Dank geht dabei an unsere hoch engagierte Belegschaft, an unsere umsichtigen Gremien und an unsere treuen Stadtwerkekunden, ohne die dieser Erfolg in den vergangenen zehn Jahren nicht möglich gewesen wäre.“

 

Datum: 
Mittwoch, 12. August 2020 - 10:30