Japanische Klimaschutzexperten besuchen Stadtwerke

Wenn im kommenden Jahr der japanische Strommarkt liberalisiert wird, könnten auch dort kommunale Energieversorger entstehen. 

Wie funktionieren die Stadtwerke? Wie kam es überhaupt zur Gründung? Diese und andere Fragen beschäftigten die Wissenschaftler, Geschäftsführer Jochen Fischer und die Leiterin Stab, Petra Schäper, standen Rede und Antwort. Wichtig sei der politische Wille, die Energiemarkt-Liberalisierung überhaupt durchzuführen und beispielsweise die Trennung von Netz und Vertrieb strukturell zuzulassen, so Geschäftsführer Jochen Fischer. In Japan soll das sogenannte Unbundling erst für das Jahr 2020 geplant sein. Gesetze wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz sind derzeit noch nicht am Horizont sichtbar. Vor Ort in den jeweiligen Kommunen ist es dann wichtig, dass ein hohes ökologisches Bewusstsein und die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung gegeben sind, so Fischer. Eine gute lokale Vernetzung und eine hohe Identifikation der Bürger mit „ihren“ Stadtwerken sind nach Aussage von Fischer entscheidende Faktoren. Das im Bau befindliche Wasserkraftwerk am Neumagen, an dem sich die BEGS mit 800.000 Euro beteiligt hat, habe eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. „Hier in der Region setzen sich viele Menschen für die lokale Energiewende durch dezentrale Energieerzeugung ein“, sagte Jochen Fischer, „durch den Erwerb von Anteilen an der BEGS kann man die dezentrale Energieerzeugung durch Photovoltaik und Wasserkraft  fördern und von deren Wertschöpfung direkt partizipieren.“ Und in weiterer Zukunft können sich die Bürger womöglich an den Stadtwerken selbst beteiligen. Die Stadtwerke Wolfhagen in Nordhessen machen vor, wie es gehen kann.

Ihr neu erworbenes Wissen werden die Wissenschaftler in Japan an ihre Studenten, in Arbeitsgruppen und auf Kongressen weitergeben. Damit auch im Land von Fukushima die Energiewende Wirklichkeit wird.

Datum: 
Freitag, 4. September 2015 - 2:00