Aktuelle Informationen zur Energiekrise

Die Situation in den letzten Monaten am Energiemarkt ist schwer überschaubar und besorgniserregend. Täglich wird in den Medien von drastisch steigenden Energiepreisen, der Gasumlage, dem Gaspreisdeckel oder wie zuletzt der Senkung der Mehrwertsteuer auf den Gaspreis berichtet. Wer soll bei dieser Themenvielfalt noch den Durchblick behalten und vor allem, was ist bereits verabschiedet und was ist noch in Planung. Wir versuchen Ihnen einen Überblick zu verschaffen.

 

Soforthilfe Erdgas

Die Bundesregierung hat zur Entlastung der Bürger/innen eine kurzfristige finanzielle Unterstützung für den Dezember 2022 geplant und zu deren Umsetzung das Erdgas-Wärme-Soforthilfe-Gesetz (EWSG) erlassen. Die Soforthilfe wird vom Bund bezahlt und schafft einen Ausgleich für die gestiegenen Energierechnungen im Jahr 2022 und überbrückt die Zeit bis zur geplanten Einführung der Gaspreisbremse im Frühjahr.

Für wen gilt die Soforthilfe?

Die Soforthilfe erhalten alle Haushaltskunden sowie Unternehmen (kleinere und mittlere Gewerbebetriebe), die über sogenannte Standardlastprofile (SLP) abgerechnet werden. Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von bis zu 1.5 Mio. kWh, die über eine registrierende Leistungsmessung (RLM) verfügen und nicht auf Grundlage von Standardlastprofilen abrechnet werden, erhalten die Soforthilfe ebenfalls.

Soziale Einrichtungen (z.B. Pflege-, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, sowie Kindertagestätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, bestimmte Einrichtungen des Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsbereichs, Einrichtungen der medizinischen oder beruflichen Rehabilitation, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder Leistungsanbieter oder Leistungserbringer der Eingliederungshilfe) und Letztverbraucher, die Gas im Kontext der Vermietung von Wohnraum oder als Wohnungseigentümergesellschaft beziehen, erhalten ebenfalls die Soforthilfe, auch wenn der Jahresverbrauch z.B. der Immobilie größer als 1.5 Mio. kWh ist.

Für wen gilt die Soforthilfe nicht?

Die Soforthilfe des Bundes greift nur, sofern Sie Gas beziehen. Daher haben beispielsweise Verbraucher, die mit Öl oder Strom heizen, keinen Anspruch auf die Soforthilfe. Darüber hinaus besteht kein Anspruch, wenn sie einen Jahresverbrauch größer 1.5 Mio. kWh haben (Ausnahmen gelten beispielsweise für soziale Einrichtungen und Vermieter) und dieser via registrierender Leistungsmessung (RLM) erfasst wird. Auch Anlagenbetreiber zur Strom- und Wärmegewinnung sowie Krankenhäuser haben keinen Anspruch auf die Soforthilfe.

Wie hoch ist die Soforthilfe?

Die Soforthilfe entspricht dem Dezember-Abschlag für Gas, welcher von den Endverbrauchern nicht bezahlt werden muss. 

Was muss ich als Verbraucher/in tun?

Die Verbraucher/innen, die Anspruch auf die Soforthilfe Gas haben, müssen in der Regel nichts tun, da die Stadtwerke die Soforthilfe spätestens bei der Jahresabrechnung berücksichtigen werden. (Rückzahlung der zu viel bezahlten Abschlagshöhe). Auch die vorläufige Leistung (Verzicht auf die Abschlagszahlung) übernehmen die Stadtwerke automatisch.

Wird Ihr Abschlag über ein SEPA-Lastschriftmandat regelmäßig abgebucht, wird die Abbuchung im Dezember 2022 ausgelassen. D.h. wir buchen im Dezember keinen Abschlag von Ihrem Konto ab und Sie müssen hier auch nicht aktiv werden, der Prozess wird automatisch abgewickelt.

Kunden/Kundinnen die einen Dauerauftrag eingerichtet haben, empfehlen wir diesen im Dezember zu pausieren. Sollten Sie doch eine Abschlagszahlung leisten, werden wir die geleistete Zahlung im Zuge Ihrer nächsten Verbrauchsabrechnung verrechnen. Eine sofortige Rücküberweisung seitens der Stadtwerke erfolgt in diesem Fall nicht!

Ausgenommen sind sogenannte RLM-Kunden (Gewerbekunden). Diese müssen uns als Stadtwerk, bis zum 31.12.2022 die Erfüllung der Voraussetzungen für die Soforthilfe schriftlich mitteilen.

Tatsächliche Entlastung entspricht nicht der Soforthilfe?

Die tatsächliche Enlastung wird auf der Jahresverbrauchsrechnung gutgeschrieben und somit sichtbar. Diese entspricht nicht der Soforthilfe bzw. der Abschlagshöhe von Dezember sondern wird nach nachstehendem Beispiel berechnet:

Als Grundlage wird die Jahresverbrauchsprognose herangezogen, die dem Monat September 2022 zu Grunde lag. Diese wird durch 12 Monate geteilt und anschließend mit dem Arbeitspreis und Grundpreis des Gastarifs im Dezember 22 berechnet. 

Beispiel:
Jahresverbrauchsprognose im September 2022: 15.000 kWh
Arbeitspreis: 12 ct/kWh, Grundpreis: 120€ /Jahr

Die Entlastung beträgt 160 € und wird wie folgt berechnet:  
(15.000 kWh / 12 Monate x 0,12 €/kWh (Arbeitspreis)) + (120€ / 12 Monate (Grundpreis)) = 160 €

Bitte beachten Sie: Dieses Berechnungsbeispiel stellt eine starke Vereinfachung dar. Die Soforthilfe basiert auf einem besonderen Berechnungsmodell, das der Gesetzgeber vorgibt. Hierdurch kann es zu Abweichungen zwischen der Soforthilfe und Ihrer monatlichen Abschlagshöhe kommen. 

Bezahlen Sie beispielsweise einen monatlichen Abschlag von 200 €, bekommen Sie auf der Rechnung nur die berechnete Entlastung in höhe von 160 € gutgeschrieben. Sollten Sie weniger Abschlag bezahlen als die im Beispiel berechnete Entlastung in Höhe von 160 €, erhalten Sie trotzdem den Betrag gutgeschrieben.

Wie wird die Soforthilfe bei der Jahresverbrauchsabrechnung berücksichtigt?

Unabhängig davon, ob Sie eine vorläufige Leistung (Verzicht auf die Abschlagszahlung) erhalten haben, wird die Soforthilfe bei der Jahresabrechnung berücksichtigt und ausgewiesen.

Wichtiger Hinweis: Die Höhe der Soforthilfe unterscheidet sich nicht, ob Sie vorher bereits eine vorläufige Leistung bekommen haben. Einziger Vorteil der vorläufigen Leistung ist, dass Sie bereits im Dezember 2022 oder Januar 2023 eine spürbare Entlastung haben. Alle anderen erhalten die Entlastung dann im Rahmen der Jahresverbrauchsabrechnung.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen der Kundenservice der Stadtwerke MüllheimStaufen gerne zur Verfügung.
 

Senkung der MwSt. auf Gas

Um die Bürgerinnen und Bürger nun zu entlasten wurde von der Bundesregierung beschlossen, die Mehrwertsteuer von 19 % auf 7 % auf den Gaspreis zu senken. Diese Senkung trat am 01. Oktober 2022 in Kraft und behält Bestand bis zum 31. März 2024. Wir geben die Mehrwertsteuerreduzierung selbstverständlich an unsere Kundinnen und Kunden weiter. Sie müssen hier nicht aktiv werden! Der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf den Gaspreis wird automatisch vom 01. Oktober 2022 bis 31. Februar 2024 in Ihrer Jahresrechnung berücksichtigt. Ihre monatlichen Abschlagszahlungen ändern sich dadurch nicht.

Bilanzierungsumlage ab dem 01.10.2022

Durch den zu erwarteten Fehlbetrag der bei der Deckung von Regel- und Ausgleichsenergie entsteht, wird die Bilanzierungsumlage erhoben.

SLP-Bilanzierungsumlage ab dem 01.10.2022: 0,57 Ct/kWh.
RLM-Bilanzierungsumlage ab dem 01.10.2022: 0,39 Ct/kWh.

Gasspeicherumlage ab dem 01.10.2022

Zur Einhaltung der Füllstands-Vorgaben für die Gasspeicher auf mindestens 95 Prozent am 01.11.2022, wird die Gasspeicherumlage vom 01.10.2022 bis voraussichtlich 31.03.2025 erhoben. Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit soll der Firma Trading Hub Europe (THE), die zuständig ist für die deutsche Gasmarkt-Organisation den Einkauf von Gas, unter die Arme gegriffen werden. Die Gasspeicherumlage liegt ab dem 01.10.2022 bei 0,059 Ct/kWh. Eine Anpassung der Umlage ist nur alle sechs Monate möglich. Wobei für die erste Umlageperiode eine Ausnahme von drei Monaten gemacht wird.

Gasbeschaffungsumlage zurückgezogen

Die Gaspreisanpassungsverordnung war ursprünglich dazu gedacht, die Kosten der Erdgasimporteure für die Gasnachbeschaffung, die hauptsächlich durch ausgefallener russischer Liefermengen entstanden ist, gleichmäßig auf alle in Deutschland verkauften Mengen zu verteilen. Die ursprünglich geplante Gasbeschaffungsumlage wird, durch die Aufhebung der Verordnung, also nicht erhoben.

Alarmstufe Gas

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat im Juni 2022 die zweite von drei Eskalationsstufen im Notfallplan Gas aktiviert- die Alarmstufe. Am 30. März wurde bereits die Frühwarnstufe ausgerufen. Die Alarmstufe wird in Kraft gesetzt, wenn eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer "erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage" führt. In der zweiten Stufe ist der Markt noch in der Lage, die Störung oder hohe Nachfrage zu bewältigen, ohne dass der Staat eingreifen muss. 

Laut dem Plan liegt bei der Alarmstufe eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vor, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt. Der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen. Anders als die seit dem 30. März geltende Frühwarnstufe könnte die Alarmstufe für Unternehmen und Verbraucher erhebliche Konsequenzen mit sich bringen.

Wir erklären Ihnen, was die geltende Alarmstufe für die Verbraucher und Verbraucherinnen bedeutet. 

Was soll ich jetzt tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie ist aktuell die Preisentwicklung an der Strom- und Gasbörse?

Seit bereits einem Jahr steigen die Strom- und Gaspreise stätig. Geschuldet ist das u.a. dem Bezug aus Russland, Weltweite Nachfrage, geringere Produktion in Nachbarländern aber, auch Deutschland interne und wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle. Fakt ist: Insgesamt trifft weniger und teureres Angebot auf deutlich mehr Nachfrage.

Schauen Sie sich hierzu den Erklärfilm an 

Wie sieht die Preisentwicklung in Zukunft aus?

Das kann niemand vorhersagen. Unter aktuellen Umständen werden Strom-, Gas- und Ölpreise nicht mehr das Niveau von 2019 erreichen, sondern auf Dauer höher sein. Wie hoch, steht in den Sternen geschrieben. Experten gehen erst 2024 von einer dauerhaften Verbesserung aus, doch bis dahin wird das aktuelle Preisniveau hoch bleiben.

Warum werden die Strom- und Gaspreise angepasst?

Mit immer steigenden Strom- und Gaspreisen ist es essenziell für uns als Stadtwerke MüllheimStaufen die Neuvertragspreise zu erhöhen. Die aktuellen Neuvertragspreise können jederzeit in unseren Kundenbüros noch vor Vertragsabschluss abgefragt werden. Verträge mit einer Preisgarantie, die im letzten Jahr abgeschlossen wurden werden nicht im Preis erhöht.

Ist unsere Gasversorgung noch gesichert?

Durch den Ukrainekrieg ist die Gasversorgung aus Russland gestoppt. Das wirkt sich drastisch auf den kommenden Winter aus. Die Gasspeicher sind zwar gefüllt, jedoch geht das Wirtschaftsministerium oder BMWK genannt, von einer Gas-Einsparung von 15 bis 20 Prozent bei Unternehmen und Haushalten aus, damit die Reserve für einen durchschnittlichen Winter ausreicht. Aber auch bei einer Gas-Notfalllage sind Privathaushalte vor Abschaltungen etc. besonders geschützt.

Was kann ich als Kunde jetzt tun?

Was können Sie jetzt tun? Energie einsparen. Der sorgsame Umgang mit Energie ist wichtiger als je zuvor und jede eingesparte Kilowattstunde hilft uns allen, die Situation positiv zu beeinflussen. Zudem tragen wir alle einen großen Teil dazu bei, unser Klima zu schützen und sparen dabei bares Geld. Überdenken Sie Ihren persönlichen Energieverbrauch, denn bereits einfachste Veränderungen im Alltag haben in der Summe große Auswirkungen.

Auf unserer Website zeigen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten, Energie zu sparen, Ressourcen zu schützen und Ihren Geldbeutel zu schonen. 

Hier finden Sie zahlreiche Tipps und Tricks zum Energie sparen. 

 

 

 

Preisanpassung: Sollte ich meinen Abschlag erhöhen?

Wir empfehlen Ihnen aktiv zu werden und Ihre monatliche Abschlagszahlung anzupassen. Denn wer die monatlichen Abschlagszahlungen gleich lässt, bei dem reicht die monatliche Vorauszahlung unter Umständen nicht für die Deckung der Stromkosten aus und Sie müssen mit einer Nachzahlung rechnen

Heizlüfter als Alternative?

Zu Beginn der Heizperiode suchen viele Verbraucherinnen und Verbraucher, aufgrund der gestiegenen Gaspreise, nach alternativen Heizmöglichkeiten. Besonders stark nachgefragt sind aktuell dabei elektrische Heizlüfter. Eine Alternative zur Gasheizung sind diese jedoch auch bei den hohen Gaspreisen auf keinen Fall. 

Heizlüfter und andere elektrische Direktheizungen sind im Verhältnis zu einer Gasheizung nicht nur teurer und weniger effizient, sondern können auch den Gasverbrauch in Kraftwerken in die Höhe treiben. Wenn viele Verbraucherinnen und Verbraucher gleichzeitig mithilfe von elektrisch betriebenen Heizlüftern heizen, müssen wir ggf. dafür zusätzlichen Strom bereitstellen, der eventuell auch aus Gaskraftwerken kommt. Der vermehrte Einsatz dieser Geräte birgt zudem die Gefahr, die lokalen Stromnetze zu überlasten, wenn zu viele Heizlüfter gleichzeitig in Betrieb gehen bzw. sind. Steigt der Stromverbrauch in einem Niederspannungsnetz vor Ort sprunghaft an, könnte das zu einer lokalen Überlastung und schlimmstenfalls zu einem Stromausfall im betroffenen Gebiet führen. Auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zuhause können Heizlüfter bei zu häufigem übermäßigem Einsatz die Elektrik im Haus oder in der Wohnung überlasten. 

Bitte sehen Sie daher im eigenen Interesse vom Einsatz von Heizlüftern ab bzw. achten auf einen maßvollen Umgang. Egal, was passiert: Haushaltskunden zählen zu den geschützten Kunden und werden auch dann weiterhin mit Gas versorgt, wenn das Gas knapp ist.

Regelmäßig informieren wir Sie auf Facebook über Angebote, tolle Aktionen und Veranstaltungen.

Die Stadtwerke sind in allen Bereichen ausgezeichnet: beim Strom, beim Gas und beim Wasser

von A wie Altbausanierung bis Z wie Zertifikate

mit den Stadtwerken MüllheimStaufen und der Firma ASD – Automatic Storage Device GmbH

Der AlemannenStrom mit
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